Der Schlüssel zu allem ist Geduld. Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird aus einem Ei ein Küken.

 

Gemischte Herde - macht mehr Arbeit


Seit über 30 Jahren haben wir nun mit Pferden Kontakt. Eine Zeit in der sich in der konventionellen Pferdehaltung viel verändert hat.

Wir haben uns vorrangig für die gemeinsame Haltung von Stuten und Wallachen entschieden, weil dies der natürlichen Lebensweise eines Pferdes am nächsten kommt.

Aber bei weitem nicht alle Pferde sind "Aktivstall tauglich". In kleinen Aktivställen mit hoher Pferdeanzahl siegt häufig das Argument des körperlich stärkeren Pferdes, ältere und nicht ranghohe Pferde oder Einzelgänger sind die dauerhaften Verlierer. Sie verkümmern, verstummen und verlieren ihr aufgeschlossenes Wesen von Tag zu Tag. Dabei sind Pferde im gesunden Gruppenverband eigentlich äusserst soziale Tiere. Sie setzen alle Bemühungen hinein, andere Pferde in ihre Herde zu integrieren und auch den Schwächeren das Überleben in der Herde zu ermöglichen.

Das erklärt übrigens auch, warum Pferde überhaupt am eindeutig körperlich schwächeren Menschen interessiert sind und mit uns interagieren.

Eine gemischte Pferdegruppe sollte daher nicht mehr als 14 -15 Pferde umfassen und am Besten von einer sozialen Leitstute und nicht von "Führungskraft durch Körperstärke"-Wallach/Stute geführt werden. Nur in solchen Gruppengrößen funktioniert das soziale Miteinander und nicht Nebeneinander.

Pferde sind neugierig. Sie brauchen ebenso wie wir Umweltreize und soziale Kontakte, um geistig nicht zu verkümmern. Die Zusammenstellung der Pferdegruppe bedarf also einer wohlüberdachten Planung und genauer Beobachtung, denn so manches Mauerblümchen erblüht in passender Gesellschaft zum unbekannten Mega-Pferd.

Logischerweise läßt sich niemand gerne die Butter vom Brot nehmen. Dies ist bei Menschen und Tieren wohl gleich. Kein Herdenpferd mag es, wenn plötzlich ein neuer Mitfresser auftaucht und womöglich auch noch die höchst eigene Heuration beansprucht. Eine Situation, die es übrigens in der freien Natur nur sehr selten gibt. Für das neue Einstellpferd heißt dies, wer als junges Pferd das Glück hatte, längere Zeit in einem sozial intakten Pferdeverbund leben zu dürfen, hat und kennt alles, was man später im Pferdeleben braucht. Klare, immer gleich bleibende Regeln bestimmen den Ablauf in so einer Gemeinschaft. Wer bisher wenig Sozialkontakte oder Spielgefährten hatte, muß das soziale Zusammenleben erst erlernen.

Also brauchen wir genügend Zeit für Neuankömmlinge. Daher stallen wir eigentlich nur dann ein, wenn allen Pferden während dieser Phase genügend Platz zum "einander Ausweichen" auf den Aussenkoppeln zur Verfügung steht.

Manche Pferde brauchen länger, die meisten Pferde akzeptieren den vorgegebenen Ablauf bei der Eingewöhnung sehr schnell. Das erste Kennenlernen findet für 1-3 Tage in der IntegrationsBox mit Paddock innerhalb des Offenstalls statt, dann fogt das Kennenlernen aller anderen Pferde auf der Koppel. Das hat sich bei uns bisher am Besten bewährt.

Es dauert unterschiedliche lange, bis sich der Neuankömmling der grasenden Herde annähern möchte und darf und meist noch um einiges länger, bis er in der Gemeinschaft angekommen ist. Das kann durchaus auch bis zu einem 1/4 Jahr dauern und hängt vom Alter, der Rasse, der Sozialisierung (Vorerfahrungen) und dem Wesen eines Pferdes ab. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn sich das Pferd in der Liegehalle umringt von anderen stehenden Pferden zum Schlafen niederlegen darf. Nur flach ausgestreckt können sie in den Tiefschlaf fallen. Müssen sie im Stehen schlafen, können sie sich nicht vollständig erholen. Einerseits ist also genügend Platz wichtig, andererseits muss sich ein Pferd in seinem Zuhause auch sicher genug fühlen, um sich hinzulegen.

Aus diesem Grund dürfen unsere HerdenPferde in der Saison auch nachts auf der Magerkoppel weiden und nahe am Waldrand schlafen.

Wenns wirklich nicht klappen sollte, oder Ihr Wallach zu den allzu hengstigen Vertretern der Spezies Pferd gehört, dann gibt es derzeit auch die Alternative ihr Pferd nachts in der Pferdebox und morgens im Offenstall oder auch komplett im Offenstallbereich unterzubringen. Der Offenstall liegt in Sichtweite zum Aktivstall, hat einen eigenen Bachlauf, bietet Platz für ca. 6 Pferde, 24h Heuzugang und 10 h Koppelgang in der Saison von Mai bis November.

Während der Phase der Eingewöhnung tragen die Pferde keine Hufeisen. Ob die Herdenpferde später Hufeisen ( Kunststoffeisen) tragen dürfen, zeigt sich an ihrem Verhalten.

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Pferdeanlage Gumpingerhof

Betriebsleitung: B. Böhm

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